HEMSTEL
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Im Jahr 894 findet der Ort unter dem
Begriff Hemmeingestal Erwähnung, 953 dann vallis Hemmingi und
1393 schließlich Hemstal. In der Taxa generalis (um 1330) aus der Zeit
des Erzbischofs Balduin von Luxemburg (1307-1354) wird Hemstal im Landkaitel
Mersch des alten Erzbistums Trier genannt. Die Pfarrei findet ebenso
Erwähnung im Visitationsbericht aus dem Jahre 1570.*2 Als Patron
der Pfarrkirche wird schon 1570 der heilige Brictius aufgeführt. Das
Patrozinium hat sich jedenfalls seither nicht geändert. Zum Bezirk der Kirche gehörten nach
einem Verzeichnis aus dem Jahr 1787 die Filialen Hersberg und Altrier,
Rippig, Zittig mit der Mühle und 15 Leute, die im Wald von Reuland
(Marscherwelad) lebten. Einen Hinweis auf diese Menschen geben noch heute die
monatlichen Stiftungsmessen "für die Marscherleute". Nach dem Visitationsbericht
von 1570 standen der Äbtissin des Trierer Klosters St. Irminen neben dem
Patronatsrecht auch zwei Drittel des Zehnten zu. Filialkapellen mit dem Recht
auf regelmässigen Gottesdienst an einem Werktag im Monat hatten die Orte
Zittig (St. Nikolaus), Rippig (St. Antonius) und Hersberg (St. Margaretha).
Der Visitationsbericht von 1628 bemerkt, daß der Pfarrer in den Filialen auch
an den Festen der Kirchenpatrone zum Gottesdienst verpflichtet war.*3 Die erste urkundliche Erwähnung von
Hemstal bietet die Urkunde vom Jahre 894/895, mit der Berctrudis im Auftrag
des Reginbold und dessen Frau Uda der Abtei Echternach einen Herrenhof in
Hemstal schenkte, der ihr auf Lebenszeit zur Nutznießung überlassen war. Zwei
Generationen später (953) bestätigte König Otto I. der Trier Frauenabtei
Oeren-St. Irminen ihren Besitz in Hemstal (vallis Hemmingi).*4 Das Nebeneinander von Echternach und
Oeren in der Grundherrschaft hat auf die Pfarrzugehörigkeit der Filialen
keinerlei Einfluß ausgeübt. Obwohl Rippig, Zittig und Colbette sowie die
Siedlung Altrier zum Echternacher Hof Bech gehörten, vermerkt der Bericht
über den Hof aus dem Jahre 1651 ausdrücklich die Oerener Zehntrechte in
diesen Orten. Man darf deshalb annehmen, daß mit der Oerener Grundherrschaft
in Hemstal spätestens im 10. Jahrhundert auch die Kirche verbunden war.*5 Der Trier Erzbischof Johann
inkorporierte 1210 die Kirche in Hemstal dem Krankenhaus der Trierer Abtei
St. Irminen. Die Bedingung war, daß die Abtei einen ständigen Vikar
anzustellen hatte, der ein Drittel des Zehnten und der sonstigen Einkünfte
der Kirche erhielt. *6 Aus dem Visitationsbericht von 1570 erfahren
wir, daß das Kirchenschiff reperaturbedürftig war. +628 war das Dach in
schlechtem Zustand. 1665 wurde ein neuer Chor und 1668 ein neues
Kirchenschiff errichtet. Ein alter Schlußstein im Turm trägt die Jahreszahl
1668 und dasWappen der Äbtissin Irmina von Piesport. Am 2. Juni 1679 wurden
drei Altäre der Kirche geweiht: Hl. Dreifaltigkeit, hl. Matthias und hl.
Brictius. Die heutige Kirch wurde 1855 erbaut und am Fest Peter und Paul, dem
29.6.1878 geweiht. Am 20. April 1975 war die Weihe des neuen Volksaltars. *7 Das Kirchweihfest der Pfarrkirche von
Hemstal wird am Sonntag nach dem 12. November gefeiert. Eine eigne Feier des
Patroziniums findet nicht statt, da diese mit dem Kirchweihfest
zusammenfällt. Patron ist der heilige Bischof Brictius, dem Nachfolger des
heiligen Martin auf dem Bischofsstuhl von Tours. Sein fest ist der 13.
November. Zur Pfarrei Hemstal gehören heute die
Filialen Altrier, Hersberg, Rippig und Zittig. Altrier Zur Zeit wird in der Filialkirche von
Altrier noch regelmässig Gottesdienst gefeiert. Jeden Monat um 18.15 Uhr ist
eine Messe für die Mitglieder der Pfarrei. Das Patronzinium begeht die
Gemeinde an einem Sonntag nahe dem 24.2., dem festtag des hl. Matthias. Das
Kirchweihfest begeht die Filiale zusammen mit der Pfarrkirch am Sonntag nach
dem 12.November. Leider kann an diesem Tag selbst keine Messe mehr gefeiert werden. Hersberg Ein weiterer wichtiger Bestandteil
des pfarrlichen Lebens der Pfarrei wird in Hersberg geboten. Am Eingang des
Dorfes steht eine alte Eiche in deren hohlem Stamm eine Nische eingelassen
ist, die eine Muttergottesstatue beherbergt. Am Abend des 15. Augusts (meist
gegen 20.15 Uhr) versammeln sich jedes Jahr viele einheimische und fremde
Pilger vor der Kirch von Altrier. In einer Lichterprozession, begleitet von
der Musikgesellschaft und den Feuerwehrmannschaften der Gemeinde Bech, ziehen
die Pilger dann betend und singend nach Hersberg zum Muttergottesbild. Dort
findet dann unter großer Beteiligung eine Festmesse statt. Diese wird
musikalisch von den Kirchenchören von Hemstal und Bech gestaltet. Der Pfarrer
bittet meistens einen fremden Geistlichen der Feier vorzustehen und eine
Festpredigt zu halten. Am 15.8.1995 hatten wir die große Ehre unseren Herrn
Erzbischof Fernand Franck in Hersberg empfangen zu dürfen. Zittig Rippig
DIE PFARRER DER PFARREI HEMSTALl |