KONSDREF
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Die
eigentliche Vergrößerung der Pfarrkirche in Consdorf beschloss der damalige
Gemeinderat am 10.12.1858. Das neue Gotteshaus, mit einer Empore und einer
Sakristei, sollte einen Raum von insgesamt 285.30 Quadratmetern ergeben und
somit Platz schaffen für 1382 Personen. Zur weiteren Entlastung diente die
1890 in Scheidgen erbaute Matthiaskirche, die zur Notwendigkeit geworden war.
Im Jahre 1890 zählte diese aufstrebende Ortschaft 288 Einwohner, während
Breidweiler 141, Colbette 84, Consdorf 1076. Das machte einen Total von 1589. Um die
Verschönerung der Innenausstattung unseres Gotteshauses bemühte sich Pfarrer
Theo Bertrang im Jahre 1910, indem er unter Aufsicht des damaligen
Distriktsarchitekten Knepper aus Diekirch den Hauptaltar erstellen ließ. Den
derzeitigen Triumphbogen erbaute im Jahre 1917 der Maurer Langini aus
Bollendorf. Anregung hierzu lieferte der damalige Pfarrer J.B. Jentgen. Des
Weiteren bleiben zu erwähnen: die Anschaffung einer elektronischen Orgel nach
dem letzten Weltkrieg (auf Anregung von Pfarrer J.P. Apel); die Installation
einer Ob nun die
Erstellung dieses mächtigen Gebäudes, das in drei verschiedenen Zeitabständen
erbaut wurde, Schuld an den inzwischen sichtbar gewordenen Rissen an
Außenmauern und Gewölbe war, oder die etlichen Granateinschläge im letzten
Weltkrieg diese Baufälligkeit beschleunigten, für den Gemeinderat stand in
den 1970er Jahren eine ernst zu nehmende Überprüfung der Sachlage fest. Mit
Hilfe der beiden Diplomingenieure Albert Bauler und Hubert Müller aus
Luxemburg wurden im Anfangsstadium die Risse mit Gips und Papierstreifen
überklebt, um bei regelmäßiger Kontrolle deren Bewegungen feststellen zu
können. Das Ergebnis, gemäß schriftlicher Begutachtung im Oktober 1974,
lautete: "immanente Einsturzgefahr des Gewölbes und die sofortige
Schließung der Kirche für die Öffentlichkeit". Eine Notlösung für das
Abhalten des Gottesdienstes ergab sich in dem Festsaal der Primärschule.
Nicht so einfach ging es voran beim Rätselraten um den Fortbestand der Kirche
selbst. Ortsbesichtigungen, Lagebesprechungen mit dem Gemeinderat, der
Überwachungskommission für religiöse Gebäude und der kompetenten Oberbehörde
folgten am laufenden Bande. Kostenvoranschläge für Reparatur und Neubau
wurden eingeholt, miteinander verglichen und gemeinsam diskutiert. Obwohl der
Kostenunterschied für Renovierung oder Neubau relativ klein war, dürften doch
in etwa das Gutachten der Kirchenkommission vom 17.3.75 für einen Neubau,
sowie der Regierungsentschluß, keinen Zuschuss für eine Renovierung, wohl
aber Am 15. Juni
1976 wurde mit dem Entfernen des Verputzes begonnen. Dies führte zur
Wiederentdeckung einer der schönsten romanischen Türme des Landes. Das
gotische Fenster, wo einen Augenblick ins Auge gefasst worden war, es zu
durch eine Kopie zu ersetzen, konnte erhalten bleiben. Es zeigte sich, daß
es, ähnlich wie in den Seitenschiffen der Echternacher Basilika, aus der Zeit
um 1225 herum stammte, aber erst nachträglich eingesetzt worden war, denn die
oberen romanischen Fensterluken konnten in das 11. Jahrhundert datiert
werden, die darunter liegenden, schon etwa burgundisch-romanisch, in das 12.
Jahrhundert. Damit war die These, Nunkirchen bei Grundhof sei die Urpfarre
gewesen, in Frage gestellt. Gemäß den verschiedenen Bauperioden verjüngt sich
der Turm leicht nach oben. Im Stil der im 18. Jahrhundert angebauten Kirche
wurde der oberste Teil zur Zeit ihres Baues aufgesetzt. Alle Fenster konnten
erhalten bleiben, wenn auch teilweise leichte Restaurierungen durchgeführt
werden mussten. Da glücklicherweise von einem erneuten Verputz des Turms
abgesehen wurde, kann auch der Laie die einzelnen Baustufen genau verfolgen.
Um den Steinen trotzdem ihre Haltbarkeit zu sichern, wurden sie sorgfältig
gesäubert und dann mit Fixativ behandelt. Diese Arbeit war am 17. Juli 1977
abgeschlossen. Um Allerheiligen 1978 waren auch die Innenrestaurierungen abgeschlossen, so daß die Messfeiern wieder wie gewohnt in der Pfarrkirche abgehalten werden konnten. Am 16. Dezember 1979 wurde schließlich mit dem Bischof von Luxemburg Mgr. Jean Hengen der Tag der Einweihung gefeiert.
Informationen zur Orgel:
Filialkirchen Zu Consdorf
gehören folgende Filialkirchen:
Was bedeutet
nun „Scheidgen"? Nic. van Werweke deutet den Namen sowohl als Wald als
auch als „Grenzscheide". Anscheinend war der Wald ‘Scheidgen’ zerstört
worden, hauptsächlich um Pottasche zu gewinnen aus dem Verbrennungsprozeß.
1809 bestand Scheidgen aus 4 Baracken und 6 baufälligen steinernen Häusern,
dessen Bewohner im Wald arbeiteten. Erst im Jahr
1766 finden wir im Heiratsregister der Pfarrei Consdorf einen ersten Eintrag
des Ortsnamen Scheidgen. Auch in den darauffolgenden Jahren wird der Name
‘Scheidgen’ als Ortsname nur selten erwähnt. Nach den Unruhen der
Französischen Revolution nahm die Einwohnerzahl jedoch rasch zu. Eine
Volkszählung von 1843 berichtet von 43 Familiennamen. Heute gibt es in
Scheidgen über 120 Häuser und etwa 400 Einwohner. Die Kirche in
Scheidgen wurde, auf Initiative des gebürtigen Priesters Matthias Reuter
(21.12.1844 - 19.8.1924), in den Jahren 1880 bis 1890 von den Gebrüdern
Bauler von Consdorf erbaut. Sie ist dem Hl. Matthias geweiht, dessen
Namenstag wir am 24. Februar feiern. Das machen wir auf eine sehr
eindrucksvolle Art und Weise durch eine Skulptur, eine Statue des Hl.
Matthias, welche über dem Eingang der Kirche thront. Diese Statue wurde am
24. Februar 1991 unter Präsenz von Dechanten Theophile Walin von Echternach
und Pfarrer Carlo Morbach von Consdorf eingeweiht. Zur selben Gelegenheit
wurde auch eine neue elektronische Orgel der Marke Ahlborn DS 26 eingeweiht
und eingespielt von Jean-Marie Kieffer, Titularorganist an der Klais-Orgel in
der Willibrordusbasilika in Echternach.
Die alte
Kapelle war bis 1772 mit Stroh gedeckt. Der bischöfliche Visitator drohte
1772 mit dem Interdikt, falls sie nicht binnen 3 Monaten ein Schieferdach
bekäme. Die neue
Kirche wurde 1881 gebaut. Schutzpatron ist der Hl. Hubertus. Die Mensa des
Hochaltars wurde aus den römischen Bruchstücken zusammengesetzt. Wir finden
in der Kirche einen Tabernakel mit großen Rokokoveluten, darüber sollte
eigentlich die Hubertusgruppe mit der Volutenkrönung stehen (welche seit ein
paar Jahren verschwunden sind….). · Daneben steht noch eine Kapelle in Colbette (Schutzpatronin: Hl. Margaretha, 20. Juli) Der Schlußstein über der Eingangstür zeigt, dass die Kapelle 1720 erbaut worden ist. Sie war damals Privatbesitz. Im Visitationsbericht von 1738 heißt es: "Die Kapelle wird von zwei Familien unterhalten. Sie hat eine Stiftung, eine Glocke und einen Tragaltar." Über dem Eingang sehen wir eine gut erhaltene frühbarocke Madonna aus Stein. Einfacher Barockaltar mit Holzstatuen.
In Consdorf gibt es seit 1919 ein von den Tertiarkarmelitinnen, den sog. "Zitha-Schwestern", geführtes Altenheim, das 1999 von der Pflegeversicherung als Pflegeeinrichtung anerkannt worden ist. In der Kapelle des Altenheims werden regelmässig Gottesdienste gefeiert. Seit dem Tod ihres langjährigen Seelsorgers Alphonse Wolzfeld werden die seelsorglichen Dienste vom Pastoralteam des Pfarrverbands Consdorfs wahrgenommen. Internetseite der Zitha-Schwestern: www.zitha.lu |