BECH
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Die erste schriftliche Erwähnung von
Bech finden wir in den alten Büchern der Abtei Echternach. Im Jahre 862
gehörte der Hof Bech schon dem Kloster des hl. Willibrord. Diese Bindung an
die Willibrordusabtei sollte über 900 Jahre dauern, bis zur französischen
Revolution. Die Äbte von Echternach waren die
Grundherren von Bech. Sie besaßen die mittlere und niedere Gerichtsbarkeit.
Die Hochgerichtsbarkeit, d.h. die Entscheidung in Kriminalsachen, übte
anfangs der Propst von Echternach im Namen des Landesfürsten aus. Im Jahre
1630 kaufte der Abt die Hochgerichtsbarkeit von Bollendorf, zu der damals
u.a. Bech, Consbrück (Geiershof) und Roswinckel, sowie Zuttig, Colbeth,
Altrier und Ruppich gehörten. *1 "Bis 1803 war Bech eine Filiale
von Echternach und gehörte zum engeren Klosterbesitz. 1148 wird zum ersten
Mal eine Kirche in Bech erwähnt. Dort gab es auch einen Kirchhof (Friedhof),
regelmäßigen Sonntagsgottesdienst und das Recht, das Allerheiligste aufzubewahren.
1613 wurde die baufällig gewordene Kapelle repariert, was 1713 nochmals
geschah. Anfangs wurde die Kapelle von Echternach aus bedient; 1738 und 1772
wird ein dort residierender Priester erwähnt. Bech wurde 1803 erstmals für
kurze Zeit Pfarrei (1803-1805). Bei der Neuumschreibung der Pfarreien im Jahr
1805 kam es zu Hemstal; 1808 wurde es endgültig Pfarrsitz." *2 Die Pfarrkirche von Bech Die heutige Pfarrkirche wurde 1875
erbaut. Die Kirchweihe war am 21. September 1876. Wie schon oben erwähnt gab
es einige Vorgängerbauten. Am 6.1.1828 findet sich eine Notiz, daß dechant
Coner von Echternach um eine dringende Reparatur der Pfarrkirche von Bech
bittet. Er droht mit der Schließung der Kirche, falls die Reparatur zu lange
auf sich warten ließe. Zwei Jahre später scheinen die Reparaturen erfolgt zu
sein. Der Kircherat richtet nun die Bitte an die Gemeinde eine neue Glocke
anzuschaffen. Die Kirchenregister verzeichnen, daß die Defizite der
Kirchenfabrik von Jahr zu Jahr mitgeschleppt wurden. EineDeckung dieser
defizite durch die Gemeinde wird gefordert.
1855 wird berichtet, daß neue
Kreuzwegstationen für die Pfarrkirche angeschafft wurden. Schreiner Heinrich
Niederweis aus Bech machte die Rahmen für diese Stationsbilder. Der Anstrich
der Altäre, der Chorstühle und der Kommunionbank wird Anstreicher Guiser aus
Echternach übertragen. Im Oktobr 1865 beschließt der
Kirchenrat das Kirchweihfest von der «Engelkirchweihe» auf den letzten
Sonntag im Kirchenjahr zu verlegen, «weil es zuviel mit Nachbarkirmessen
zusammenfällt». Unter Pfarrer Briesse wurde die heutige
Kirche gebaut. Darüber findet sich in den Kirchenbüchern der Pfarrei kein
einziges Wort. 1875 war der Bau fertig und am 21.9.1876 war die feierliche
Kirchweihe. 20 Jahre nach der Konsekration, am
1.7.1896 beschließt der Kirchenrat die Kirche neu anzustreichen, die Risse in
den Gewölben auszubessern und die großen Flächen an den Chorwänden mit
Gemälden zu versehen. Am 4.6.1908 werden in der
Glockengießerei Hansen in Saarburg drei Glocken für die Pfarrkirche bestellt:
Fa, sol und la. Schon am 2. September konnte Dechant Hostert die Weihe der
neuen Glocken vornehmen. Im gleichen Jahr wird am 1. 10. eine Turmuhr
instaliert. Die heutige Empore wurde Ende 1920
eingezogen. Das Beratungsregister der Pfarrei vermerkt, daß diese am 2.1.1921
fertiggestellt war. *3 Renovierung der Kirche im Kontext der liturgischen
Erneuerung des II. vatikanischen Konzils *4 In der Folge der Erneuerung der Liturgie
durch das II. Vatikanische Konzil wurde die Pfarrkirche von Bech renoviert
und den neuen Erfordernissen beziehungsweise dem Zeitgeschmack der 60-ger
Jahre angepasst. Wann genau mit der Renovierung begonnen wurde ist dem
Verfasser dieser zeilen nicht bekannt. Eine erste Erwähnung der Renovierung
findet sich im Beratungsregister des Kirchenrates unter dem Datum vom 18. Mai
1969. Hier heißt es: " Am 20 Febr. 1969 hat die Kirchenfabrik bei der
Gemeindeverwaltung angefragt ihm eine Anleihe von 200 000 Fr. bei der
'Fortuna' aufnehmen zu können zwecks Fertigstellung der renovierten Kirche um
die Altarkonsekration noch dieses Jahr vornehmen zu lassen. Die schriftliche
Anfrage wurde bis jetzt nur mündlich und zwar negatif beantwortet. Als Folge:
es ist jetzt zu spät noch dieses jahr an die Konsekration zu denken. Doch
wüssten wir gerne warum die Gemeindeverwaltung negatif eingestellt ist?"
Die betreffende Altarkonsekration ist bis heute (1999) nicht vollzogen
worden. Ein Jahr später iost die Renovierung
noch nicht abgeschlossen. Es heißt im Beratungsregister am 5. April 1970:
"IV. Der Kirchenrat beschließt, auf Einladung der Gemeinde, am nächsten
Mittwoch, den 8.4. mit den Gemeindevertretern zusammen zu kommen um über die
Fertigstellung der Kirche zu beraten. V. Alle Mitglieder unterschreiben einen
Brief an Madame Frieden, Ministre des affaires culturelles, mit der bitte die
betreffende Kommision zu entsenden um über die Instandsetzung und die
Aufstellung des früheren Steinaltares hinter dem jetzigen Opferaltar zu
beraten. Dieser altar soll als Tabernakel-Altar dienen. Im übrigen werden wir
die Kommission auch um Rat bitten in der Aufstellung der Statuen und der
Stationen in der Kirche." Die unetrzeichnenden Mitglieder des
Kirchenrates waren damals: Hubert Kleyr, Präsident, Bisenius Emile,
Kassierer, Niederweis Alphonse, Ludewig Pierre, Peffer Norbert und Pfarrer
Charles Rhein. Der Bürgermeister E. Bohnenberger hatte sich damals
entschuldigen lassen. Im Beratungsregister des Kirchenrates
sind für das Jahr 1970 allein 4 Sitzungen des Kirchenrates vermerkt
(insgesamt 11 Seiten), die sich mit der Frage der Renovierung der Pfarrkirche
befassen. Nicht alles scheint so reibungslos verlaufen zu sein. Am 4. 10 1970 berichtet das Register:
"Am 21.5. erhielten wir von Kultusminister Madame Frieden die
schriftlichen Vorschläge obiger 'Commission' (= Commission de surveillance
des bâtiments religieux). Darin wird der Plan gutgeheißen nachdem unser alter
Steinaltar von 1629, als renovierter Tabernakelaltar, im hinteren Chor Aufstellung
finden soll. Die alten Stationen werden verworfen und vorgeschlagen einen
lux. Künstler mit passenden Stationen zu beauftragen. Die 'Commision'
bedauert, daß der Anstrich der Kirche nicht gelungen ist." Unter Punkt V
des gleichen Sitzungsberichts steht geschrieben: "Der H. Pfarrer schlägt
vor sobald als möglich die neuen Stationen für die Kirche in's Rollen zu
bringen. Er zeigt Aufzeichnung und Devis von H. Charles Kohl aus Luxemburg.
Es wird beschloßen H. Kohl mit einer Kirchenkommision zusammen mit uns in die
Kirche zu bestellen und dann die Kollekte in der Kirche anzufangen. Devis für
die neuen Stationen aus Keramik 50 000 f. Devis für eine St. Josephs (Hl.
Familie) Gruppe 20.000 f." Am 28 März 1971 berichtet das
Beratungsregister dann nochmals ausführlich über die Anschaffung eines neuen
Kreuzwegs. Bis zu diesem Zeitpunkt hat sich wohl recht wenig in der
betreffenden Sache getan. Es sollte allerdings nochmals einige Zeit vergehen
bis dieses Projekt schließlich zu einem Abschluß kam. Hierzu lesen wir im
Beratungsregister am 1. April 1973 unter Punkt III.: "Der Herr Pfarrer
teilt mit, daß die neue St. Josph-Gruppe aus Stein, welche während des Jahres
1972 angebracht und am 19. März 1973 eingesegnet wurde, 25.300 fr. gekostet
hat; daß unsere neuen Stationen aus Keramik (als Kreuzweg), welche ebenfalls
Ende 1972, auf der Männerseite, angebracht und am Freitag den 23. März 1973
eingesegnet wurden, 55.000 Franken gekostet haben. Beides sind Kunstwerke des
Bildhauers Charles Kohl aus Luxemburg, welche von der kirchlichen Kommission
acceptiert und mit einem Subsid von 25.000 fr. beehrt wurden. Das restliche
Geld wurde von großherzigen Gönnern der Pfarrei gestiftet und durch
Kollekten. Hier die übersichtliche Abrechnung: St. Joseph-Gruppe: 25.300
fr.; Kreuzweg: 55.000 fr.; Total: 80.300 fr.; Subsid des Kultusministeriums:
25.000 fr.; Beiträge der Pfarrkinder: 55.300 fr. Beide Werke sind restlos
bezahlt." Im gleichen Jahr wurden noch zwei
wertvolle ältere Beichtstühle für die Kirche angeschafft. Die Renovierung war
damit abgeschlossen.
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Anmerkungen
*1. Vgl. zu diesen ersten Abschnitten den Artikel von A Ketter, Aus der
Chronik von Bech, in: Fanfare Bech 1890-1965. Festivités du 75e anniversaire du
23 au 30 Mai 1965, 43-58, 43ff.
*2. Emile Seiler, Dekanat und Pfarrei Echternach.
Bausteine für eine lokale Kirchengeschichte, in: Nos Cahiers 19 (1998) 2/3,
293-361, S. 296.
*3. Vgl. zu diesem Teil über die Geschichte der
Pfarrkirche: Joseph Knepper, Die Pfarrei Bech gesehen nach den
Kirchenregistern, in: Fanfare Bech 1890-1965. Festivités du 75e anniversaire du
23 au 30 Mai 1965, 59-64.
*4. Für diesen ganzen Abschnitt vgl. Beratungsregister
des Kirchenrates von Bech ab dem Jahr 1905 bis heute.
Die Pfarrer
der Pfarrei Bech
|
Name |
Geburtsort |
Amtsdauer |
Todestag |
|
Faber Johann |
Beaufort |
1.7.1808-2.12.1819 |
2.12.1819 |
|
Küntziger Michel |
Niederpallen |
29.1.1820-1.5.1825 |
|
|
Pütz Mathias (Vik. Consdorf, Verwalter) |
Obersyren |
2.5.1825-1.10.1825 |
|
|
id. |
|
1.10.1825-25.3.1848 |
25.3.1848 |
|
Bram Christophe |
Luxemburg |
27.3.1848-17.11.1850 |
17.11.1850 |
|
Briesse Michel |
Pfaffenthal |
4.2.1851-15.2.1895 |
15.2.1895 |
|
Reuter Mathias |
Welscheid |
20.9.1895-14.11.1904 |
2.12.1925 ? |
|
Hemmen Nicolas |
Wellenstein |
26.11.1904-16.11.1918 |
16.11.1918 |
|
Hartmann A. (Verwalter) |
Echternach |
20.11.1918-2.7.1919 |
15.4.1941 |
|
|
Petingen |
2.7.1919-5.9.1928 |
22.4.1957 |
|
Galles Alphonse |
Eich |
5.9.1928-1.12.1941 |
12.3.1943 |
|
Knepper Joseph |
Kehlen |
1.12.1941-1.9.1967 |
2.12.1983 |
|
Rhein Charles |
Grevenmacher |
1.9.67-1.9.1978 |
21.7.1992 |
|
Bemtgen Georges |
Remerschen |
1.9.78-1.9.1988 |
|
|
Baustert Paul |
Luxemburg |
1.9.88-1.9.1990 |
|
|
Canach |
1.9.1990- |
|
Seit 1991 steht
dem Pfarrer eine Gemeindereferentin zur Seite, die ihn bei allen Arbeiten in
der Seelsorge unterstützt. Dies ist Frau Josiane
Schmit-Mirkes.
